Koblenz ist eine IT-Stadt
Fachmesse: Ein Spiegelbild des Strukturwandels
Die Zukunft des Wirtschaftsstandorts hängt immer stärker von der Informationstechnologie ab. Das sich Koblenz sehr gut auf diesen Wandel eingestellt hat, zeigen auch die vielen Fachveranstaltungen. Aktuelles Beispiel ist die gestrige "Loc@al bit", die sich zu einem regionalen Branchenforum entwickelt hat.

Die IT-Fachmesse "Loc@l bit" wird künftig im Zweijahresturnus stattfinden. Das gab Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann gestern bei der Eröffnung der dritten Fachmesse in der Rhein-Mosel-Halle bekannt. Dass das beliebte Forum für Anwender, Entwickler und Vermarkter 2009 pausieren wird, liegt nicht am fehlenden Erfolg.
Für die Umstellung gibt es zwei Gründe: Zum einen steht jetzt endgültig fest, dass der rund 20 Millionen Euro teure Umbau der Rhein-Mosel-Halle 2009 in Angriff genommen wird, zum anderen kündigte Randolf Stich an, dass der Koblenzer Uni-Campus im kommenden Jahr Schauplatz eines bedeutenden Kongresses sein wird, der Teil der IT-Offensive des Landes Rheinland-Pfalz ist. Und Koblenz spielt dabei eine zentrale Rolle. Stich, stellvertretender Leiter der Zentralstelle für IT und Multimedia Rheinland-Pfalz, erinnerte exemplarisch an die Pionierleistungen in der Stadt in dem Bereich elektronische Gerichtsbarkeit.
100 Millionen Euro jährlich lässt sich das Land die Bündelung und den Ausbau von IT- Kompetenzen kosten. Die Chancen stehen gut, dass ein großes Stück aus diesem Kuchen nach Koblenz geht. Diese Perspektive spiegelte sich übrigens auch in der Struktur der "Loc@l bit" wider, bei der die Präsenz von Behörden und Hochschulen nicht zu übersehen war. Zwar gingen dieses Mal nur 50 Aussteller an den Start (2007 waren es knapp 70 gewesen), doch konnte trotz drohender Wirtschaftsflaute von Krisenstimmung nicht die Rede sein. "Fachkräfte sind nach wie vor sehr begehrt", bestätigte Götz Piwinger vom Verein IT-Stadt Koblenz, der gemeinsam mit der Sparkasse und dem Land Kooperationspartner der von der Stadtverwaltung organisierten Messe ist.
Und so häuften sich in der Jobbörse, die Aussteller und die Agentur für Arbeit organisiert hatten, die Stellenangebote - auch für ältere Arbeitnehmer, die inzwischen von gut gefüllten Fördertöpfen für die Weiterqualifizierung profitieren können (die natürlich auch bei Jüngern nicht schadet). Die Messe zeigte nämlich auch, dass die wilden Jahre vorbei sind. Wer heute erfolgreich sein will, muss Mindeststandards erfüllen - stationär und im Netz, zumal sich Arbeitsgerät und Software gewandelt haben.
Auch die dritte "Loc@l bit" signalisierte: Gerade für Koblenz liegt die Zukunft im weltweiten Netz. Schon jetzt sind 8000 der 80 000 Arbeitsplätze in der Stadt im IT-Sektor angesiedelt. Bei den Ausbildungsplätzen wird der Trend noch deutlicher. So gehörten 800 der 6000 von der IHK Koblenz betreuten Lehrstellen im IT-Sektor in diesen Bereich, so Vizepräsident Helmut W. Gehres.